Minimal Invasive Proktologie

Eine Spezialität unsere Praxis ist die minimal invasive und schmerzfreie bzw. schmerzarme Behandlung von proktologischen Erkrankungen. Gerade auf diesem Gebiet hat die wissenschaftliche Weiterentwicklung neue Techniken hervorgebracht.

Im folgenden möchten wir einige der minimal invasiven Techniken vorstellen.

Verödungsbehandlung von Hämorrhoiden

Hierbei wird in die vergrößerten Hämorrhoidalknoten ein Medikament injiziert, welches eine Schrumpfung bewirkt. Man kann dies damit vergleichen, dass man aus einer Traube eine Rosine macht. Diese Injektion ist schmerzfrei, der Patient nimmt es gar nicht war. Sie erfolgt in einem Bereich der Schleimhaut, in dem sich keine Schmerznerven befinden.

Gummibandligatur von Hämorrhoiden

Bei dieser Technik wird die Hämorrhoide mit einem Gummiband abgebunden. Der abgebundene Teil trocknet ein. Auch dieses Verfahren erfolgt in einem Bereich der Schleimhaut, in dem keine Schmerznerven sind.

Mit diesen Techniken können wir 95 % aller Patienten mit Hämorrhoiden erfolgreich behandeln. Nur 5% müssen operiert werden.
Wir haben mit diesen Behandlungsmethoden größte Erfahrung.
Sie sind Kassenleistungen. Eine Zuzahlung ist nicht notwendig.

Auch bei der operativen Behandlung von Hämorrhoiden steht uns ein Repertoire an Techniken zur Verfügung, die wesentlich schmerzärmer sind als die herkömmlichen Verfahren und bei denen man viel schneller wieder in seinen normalen Lebensrhythmus und seine Arbeitsfähigkeit zurückfindet.

Die Staplermethode nach Longo

Bei dieser Technik wird der Eingriff oberhalb des sensiblen Analbereiches vorgenommen, in einer Region, in der es keine Schmerznerven gibt. Dadurch ist der Eingriff sehr schmerzarm. Man kann schnell in seinen gewohnten Lebens- und Arbeitsrhythmus zurückkehren.
Die Hämorrhoiden werden hochgezogen und dort fixiert, wo sie hingehören und nicht stören. Gleichzeitig wird die Blutzufuhr verringert.
Dieser Eingriff hat gegenüber der konventionellen Hämorrhoidenoperation folgende Vorteile:

  • er ist schmerzärmer
  • keine offene Wunde
  • keine Gefahr für den Schließmuskel
  • schnelle Heilung
  • kurzer Krankenhausaufenthalt
  • schnellere Arbeitsfähigkeit

HAL und RAR

(Dopplergesteuerte Hämorrhoidalarterienligatur und rektoanale Raffung)

Bei dieser ebenfalls sehr schonenden Technik werden mit einer feinen Ultraschallsonde die Hämorrhoidenarterien aufgesucht und mit einem feinen Faden gezielt unterbunden. So wird der Bluteinstrom in die Arterienpolster gedrosselt. Anschließend werden die vorgefallenen Hämorrhoidenknoten hochgezogen und dort fixiert, wo sie hingehören und nicht stören.
Bei diesem Eingriff wird nichts weggeschnitten.
Es besteht keine Gefahr für den Schließmuskel und man hat keine offene Wunde.

Die Operation der Analfissur (Afterriss)

Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten lassen sich die meisten Afterrisse heilen. Ein gewisser Anteil heilt nicht und wird chronisch. Dann sollte man eine Operation ins Auge fassen.

Wir führen diesen Eingriff äußerst schonend durch. Es werden alle Faktoren beseitigt, welche die Heilung der Fissur behindern könnten. Hierzu gehören das Narbengewebe,
die meist vorhandene äußere Hautfalte und das Analfibrom am inneren Ende der Fissur. Zusätzlich wird ein Drainagedreieck angelegt, damit des Wundsekret ablaufen kann.
Anschließend ist der Anus wieder glatt und leichter zu reinigen. Der Schließmuskel bleibt völlig unberührt und intakt.

Die Operation der Analfistel

Einfache Fisteln, die den Schließmuskel nur streifen, sind kein operatives Problem. Sie können operiert werden ohne Nachteile für die Schließmuskelkraft.

Für kompliziertere Fisteln, die den Schließmuskel stärker durchdringen, verwenden wir schließmuskelerhaltende Techniken, welche die Haltekraft des Schließmuskels nicht beeinträchtigen.

Läppchenplastik

Ein zungenförmiges Segment der Enddarmwand wird jalousieartig über die innere Fistelöffnung gelegt, um die Fistel so zu verschließen und die Fistel zur Abheilung zu bringen. Der Schließmuskel wird nicht beeinträchtigt.

Analfistelplug (Plombe)

Hierbei wird ein konisch geformter Plug (Plombe) aus Biomaterialen in die Fistel eingelegt und fixiert. Dieser Plug dient als Platzhalter für körpereigenes Material, welches einwächst und die Fistel verheilen lässt. Der Schließmuskel wird nicht beeinträchtigt.

Die Operation der Steißbeinfistel (Pilonidalsinus)

Haben wir Gelegenheit, die Steißbeinfistel im entzündungsfreien oder im entzündungsarmen Intervall zu operieren bevorzugen wir zur Beschleunigung der Heilung die primäre Naht oder einen plastischen Wundverschluß. Falls die Wunde ungestört heilt, ist die Heilung innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen im Gegensatz zur offenen Wundbehandlung, die im Durchschnitt 70 Tage dauert.